FAQ zu Seelenrückholung und Schamanismus

Was passiert während einer schamanischen Seelenrückholung?
Die Seelenrückholung ist eine der wichtigsten Heilmethoden im Schamanismus. Sie unterstützt dabei, verlorene Seelenanteile zurückzuführen und innere Balance wiederherzustellen.
Während einer schamanischen Reise – ob persönlich vor Ort oder als Fernbehandlung – empfehle ich, sich ruhig zu verhalten und offen für die Wahrnehmungen zu bleiben. Es kann sein, dass Gefühle auftauchen, die mit deinen Seelenanteilen in Verbindung stehen, oder dass Erinnerungen hochkommen. Manche Menschen spüren ein leichtes Kribbeln oder sind aufgeregt, bleiben dabei aber jederzeit bei vollem Bewusstsein.
Es hat sich bewährt, während der Reise aufzuschreiben, was dir gerade auffällt oder welche Empfindungen du wahrnimmst.
Gerade beim Zurückbringen der Seelenanteile nehmen viele Menschen ein warmes Gefühl oder ein sanftes Kribbeln wahr. Häufig folgen damit auch Emotionen – oft eine Mischung aus Freude über die „Wiedervereinigung“ und Trauer über das Erlebnis selbst oder über die Jahre, die man in Abspaltung von den eigenen Seelenanteilen gelebt hat.
Gibt es Reaktionen oder Nachwirkungen nach einer Seelenrückholung?
Ja, nach einer Seelenrückholung können Reaktionen auftreten, die von der persönlichen Geschichte, dem Alter und dem Grund, weshalb der Seelenanteil gegangen ist, geprägt sind. Manchmal – nicht immer – kann es zu Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Erinnerungen, Träumen oder ähnlichen Empfindungen kommen. Diese Reaktionen treten jedoch in einer Dosierung auf, mit der die meisten Klientinnen und Klienten gut umgehen können, sofern keine psychischen Vorerkrankungen vorliegen. Meist klingen sie nach 3–4 Tagen ab, wenn die Seelenanteile besser integriert sind.
Um eine Retraumatisierung – also eine erneute Traumatisierung durch die Auseinandersetzung mit einem alten Trauma – zu vermeiden, werden die Seelenanteile bereits in der Anderswelt „gereinigt“ und geheilt. Dieser Teil der schamanischen Reise ist besonders wichtig, und ich lege großen Wert darauf, dass er sorgfältig durchgeführt wird.
Normalerweise helfen diese Reaktionen – sofern sie überhaupt auftreten – dabei, die mit dem Seelenverlust verbundenen Themen abzuschließen. Es ist also nichts, wovor man sich fürchten müsste. Solltest du nach der Seelenrückholung etwas spüren, das dich verunsichert, stehe ich gerne für ein Nachgespräch zur Verfügung.
Seelenanteile bringen immer die Möglichkeit mit, dein Leben – und das deiner Mitmenschen – positiv zu verändern. Eine der wichtigsten Fragen, die man sich vor einer Seelenrückholung stellen sollte, lautet:
Bin ich bereit für Veränderung in meinem Leben?
Wie viel sollte ich im Vorfeld erzählen, bevor eine schamanische Reise durchgeführt wird?
Ein erfahrener schamanisch Praktizierender kann eine Reise grundsätzlich auch durchführen, ohne dass du viel über dich und deine Biografie erzählst. Dennoch gehören zu einer schamanischen Reise immer ein Vor- und Nachgespräch. Diese Gespräche passen sich an das an, was du bereit bist zu teilen:
Je besser der Praktizierende weiß, wo du in deinem Leben stehst und wie bewusst du über dich selbst reflektierst, desto effektiver können Vor- und Nachgespräche genutzt werden.
Beispiel:
Ein Klient hat als Kind emotionale Gewalt erlebt. Auf der schamanischen Reise kommen die entsprechenden Seelenanteile zurück. Ein professioneller Praktizierender spricht das Thema der erlebten Gewalt nicht direkt an, wenn der Klient es nicht selbst formuliert hat – das wäre grenzüberschreitend. Im Vorgespräch wird jedoch geklärt, dass sich der Klient des Themas bewusst ist. Im Nachgespräch kann dann gezielt auf das Thema eingegangen werden.
Eine kurze Anamnese über bedeutende Belastungen im Leben – wie Krankheiten, Unfälle oder den Verlust nahestehender Menschen – ist empfehlenswert.
Diese Informationen dienen weniger dazu, die Seelenanteile zu finden, sondern mehr dazu, sie bei der Rückkehr zu motivieren.
Ein Seelenanteil ist ein traumatisierter Teil von dir, der seit dem Trauma in genau dem Zustand verweilt, in dem er war, als er ging. Für ihn hat sich die Welt nicht verändert. Manche Seelenanteile wollen sofort zurückkehren, andere sind skeptisch, haben Angst oder wissen schlicht nicht, dass du heute erwachsen bist und ein völlig anderes Leben führst. Je mehr ein Praktizierender über die Umstände weiß oder über positive Veränderungen in der Zwischenzeit, desto leichter kann die Rückkehr der Seelenanteile unterstützt werden.
Manchmal gibt es ein spezifisches Thema für die Reise – zum Beispiel „Angst im Dunkeln“ oder ein Erlebnis wie ein Autounfall, bei dem etwas verloren gegangen ist. In diesen Fällen ist keine komplette Anamnese notwendig; nur die relevanten Informationen helfen, die entsprechenden Seelenanteile zu finden.
Eine Anamnese ist keine Voraussetzung, aber eine wertvolle Unterstützung.
Einige Klienten möchten einen Praktizierenden testen. Ja, das ist möglich – Reisen funktionieren auch „blind“. Die Frage ist: Was bringt es dir persönlich? Je ehrlicher und tiefer du dich auf die Einzelarbeit einlässt, desto wirksamer und kraftvoller ist sie.

Im Schamanismus ist alles beseelt - er bietet uns die Chance wieder in Verbundenheit mit Natur und unserem inneren Seelenerleben zu kommen.
Kann ich bestimmen, welche Seelenanteile zurückkommen?
Nein, das geht leider nicht. Ich kann zwar gezielt nach den Anteilen fragen, die du dir wünschst, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Welche Teile zurückkehren, entscheidet deine Seele selbst. Ich trage dein Anliegen vor und werde dabei geführt.
Das mag ungewöhnlich klingen, ist aber genau so Teil des Schamanismus. Die Erfahrung zeigt: die Seele weiß oft besser, welche Anteile jetzt zurückkommen sollten. Außerdem kehren immer nur so viele Seelenanteile zurück, wie für dich verdaubar sind – ähnlich wie in der Psychotherapie, wo man nicht alles auf einmal bearbeiten kann.
Die zurückgeholten Seelenanteile wollen integriert werden. Für manche Menschen reicht eine einzige Seelenrückholung, andere benötigen im Laufe ihres Lebens mehrere, besonders wenn sie viele belastende Erfahrungen gemacht haben. In diesem Fall ist es besonders wichtig, dass die zurückgeholten Anteile zuerst vollständig integriert werden, bevor neue Seelenanteile zurückkehren.
Wie sieht die Integrationsarbeit nach einer Seelenrückholung aus?
Nach einer Seelenrückholung folgt in der Regel eine Integrationsphase von mehreren Wochen. Diese Arbeit ist individuell und wird im Nachgespräch auf deine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt – denn es ist wichtig, dass die Integrationsarbeit zu dir passt.
Es gibt jedoch einige Grundprinzipien:
Die Integrationsarbeit unterstützt die Seelenanteile dabei, sich in deinem heutigen Leben zurechtzufinden – besonders mit den Dingen, die dein Leben lebenswert machen. Dafür reichen oft schon ein paar Sekunden Aufmerksamkeit pro Tag.
Am einfachsten gelingt dies, wenn du dir täglich bewusst einen Moment nimmst, um etwas in deinem Leben zu genießen – zum Beispiel einen Schluck Kaffee am Morgen, gutes Essen, die Gesellschaft von Menschen, die dir wichtig sind, oder die Natur. Ein einfacher Gedanke wie:
„Hallo Seelenanteile, schaut her, hier ist etwas, das ich an meinem Leben richtig gut finde.“
hilft dabei, die Seelenanteile sanft zu integrieren.
Wie deine Integrationsarbeit im Detail aussieht, wird gemeinsam im Nachgespräch erarbeitet – individuell auf dich und deine Bedürfnisse abgestimmt.

Der schamanische Ansatz erinnert uns immer wieder daran, dass wir unseren Platz in dieser Welt haben und dort willkommen sind - ein zutiefst heilsame Erfahrung für manche Menschen.
Was ist ein Schamane / eine Schamanin?
Der Begriff Schaman:in ist komplex, vielschichtig und verlangt Achtsamkeit bei der Verwendung.
Ursprünglich stammt der Terminus von den Tungusen, einer Rentierhüter-Ethnie aus der Region des Baikalsees in Südrussland. Das tungusische Wort für Schamane, „saman“, leitet sich vom Wort „sa“ für „wissen“ ab. Über einen russischen Ethnologen wurde das Wort Schamane beziehungsweise Saman weltweit bekannt.
Der Begriff inkludierte ursprünglich Angehörige verschiedener Heil- und Wahrsagekünste – unabhängig vom Geschlecht.
Später trugen Autoren wie Carlos Castaneda, Mircea Eliade und Michael Harner dazu bei, dass der Schamanismus in der westlichen Welt sein heutiges Grundgerüst und Erscheinungsbild erhielt. Dabei flossen sowohl romantisierende Vorstellungen und persönliche Vorlieben als auch akademisches Wissen über existierende schamanische Kulturen ein.
Michael Harner entwickelte den sogenannten Core Shamanism (Kernschamanismus), der bis heute die Grundlage vieler schamanischer Ausbildungen im Westen bildet.
Angemessene Bezeichnung in Deutschland: „schamanisch Praktizierende“
In Deutschland ist es sinnvoll, von „schamanisch Praktizierenden“ zu sprechen. Diese Formulierung vermeidet die kulturelle Aneignung anderer Traditionen, während sie gleichzeitig klar kommuniziert, dass man im Bereich des Schamanismus tätig ist.
So können Praktizierende ihre Arbeit verständlich und respektvoll darstellen, ohne historische oder kulturelle Kontexte zu vereinfachen oder zu übernehmen.
Wie erkenne ich seriöse Schaman:innen oder schamanisch Praktizierende?
Leider gibt es – wie in vielen anderen Branchen – auch unter Menschen, die schamanische Methoden anbieten, einige schwarze Schafe. Wie kannst du also Scharlatane von seriösen Praktizierenden unterscheiden?
Seriöse Anbieter:innen:
-
Nehmen dein Anliegen ernst
-
Machen keine unerlaubten Heilversprechen
-
Verlangen ein angemessenes Honorar
Nachfolgend findest du ein paar Tipps, wie du seriöse von unseriösen Anbieter:innen unterscheiden kannst.
Was ist ein angemessenes Honorar für eine schamanische Behandlung?
Eine Orientierung kann sein, andere Berufe heranzuziehen, die ebenfalls mit Menschen arbeiten, z. B.:
-
Coaches oder Berater:innen
-
Personen im Wellness- oder Kosmetikbereich
-
Heilpraktiker:innen
⚠️ Hinweis: Schamanisch Praktizierende ersetzen keine medizinische Behandlung durch Ärzt:innen oder Heilpraktiker:innen.
Wenn das Honorar deutlich über dem liegt, was in vergleichbaren Helfer:innen-Berufen üblich ist, ist Vorsicht geboten.
Transparenz und Planbarkeit einer schamanischen Behandlung
Eine seriöse:r Anbieter:in sollte dir eine konkrete Vorstellung davon geben, was dich langfristig erwartet – z. B. wie viele Sitzungen vermutlich nötig sind, um eine deutliche Verbesserung zu spüren. Heilversprechen sind nicht erlaubt. Seriöse Praktizierende können dich jedoch unterstützend begleitend zu einer ärztlichen Behandlung einsetzen. Wer dir davon abrät, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, handelt unprofessionell und gesetzeswidrig.
Abstand von Schuldzuweisungen in der alternativ-medizinischen Branche
Niemand trägt Schuld an einer Erkrankung oder einem emotionalen Problem. Aussagen wie „schlechtes Karma“ oder Schuld aus einem früheren Leben sind absolut deplatziert. Solche Zuschreibungen verstärken meist nur das Leid und helfen nicht weiter.
Angstmacherei als Kennzeichen für unseriöse Angebote
Unseriöse Anbieter:innen arbeiten oft mit Angst – z. B. vor Dämonen, Besetzungen, Strahlungen oder medizinischen Behandlungen – und bieten gleichzeitig eine teure „Lösung“ an. Schamanismus basiert auf Liebe, Respekt und Verbundenheit, nicht auf Angstmacherei.
Wirksamkeit & Vorgespräch einer schamanischen Behandlung
Nach spätestens drei Sitzungen solltest du bereits eine Veränderung spüren. Bleibt diese aus, kann es sein, dass Methode oder Anbieter:in nicht passend sind. Viele Praktizierende bieten heutzutage ein kostenloses kurzes Vorgespräch an. Es hilft, einzuschätzen, ob die Chemie stimmt und ob die angewandten Methoden zu dir passen.
Vertrauen in dein Bauchgefühl
Zu guter Letzt ist dein Bauchgefühl entscheidend. Wir leben in einer Zeit mit vielen Angeboten – teilweise über Ländergrenzen hinweg. Hab den Mut, so lange zu suchen, bis du jemanden findest, dem du wirklich vertrauen kannst
Haftungsausschluss
Eine Seelenrückholung ersetzt keine Behandlung durch Ärzt:innen / Heilpraktiker:innen, kann aber eine derartige Behandlung ergänzen.